Berlin - Der Fahrgastverband "Pro Bahn" fordert eine neue Corona-Kulanz für bereits gebuchte Bahntickets mit Zugbindung, die wegen des neuen Lockdowns unbrauchbar werden. "Wir fordern eine Erstattung für diejenigen, die vor den jüngsten Lockdown-Verordnungen gebucht haben und nicht mehr reisen können, beispielsweise weil die Ankunft am Zielort nun im Bereich einer Ausgangssperre liegt", sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende Lukas Iffländer der dts Nachrichtenagentur.

"Insbesondere fordern wir dies für Buchungen für die kein `normaler` Sparpreis verfügbar ist, was wir leider immer öfter feststellen", so Iffländer. Die Sparpreis-Tickets können bei der Bahn gegen eine Gebühr storniert werden, Fahrkarten mit Super-Sparpreis aber nicht: Wer nicht fährt, muss trotzdem zahlen. "Pro Bahn" fordert gleichzeitig eine volle Gegenfinanzierung für die Bahn durch die Bundesregierung. Von dort kommt aber eine Absage: "Die Empfehlungen des Bundes und der Länder, auf inländische Reisen zu verzichten, gelten bereits seit Längerem", sagte Ingo Strater, Sprecher des Verkehrsministeriums, am Mittwoch der dts Nachrichtenagentur.

"Die Fahrgäste der Deutschen Bahn konnten sich im Laufe des Jahres auf die Corona-Situation einstellen und entsprechende flexible Ticket-Angebote nutzen", so Strater. Beim Kauf eines Sparpreistickets werde man im Buchungsprozess darauf hingewiesen, dass diese sehr günstige Art von Ticket nicht stornierbar sei. Im März hatte Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) noch "erweiterte Kulanzregeln" mit der Bahn vereinbart. Alle, die bereits ein Superspar- oder Sparpreis-Ticket gekauft hatten, konnten das Ticket ausnahmsweise stornieren.

Nach Angaben der Bahn waren immerhin fünf Millionen Fahrten von dieser Corona-Sonderkulanz betroffen, für die es offenbar nun keine Wiederholung geben soll.

Foto: ICE 1 (über dts Nachrichtenagentur)