Berlin - Nach der Wahl von Armin Laschet zum neuen CDU-Vorsitzenden gewinnen die Unionsparteien an Zuspruch. Das ist das Ergebnis einer Forsa-Umfrage für das RTL/n-tv-"Trendbarometer".

Demnach steigt der Wert der CDU/CSU gegenüber der ersten Umfrage unmittelbar nach dem Sieg Laschets über Friedrich Merz und Norbert Röttgen um zwei Prozentpunkte auf jetzt 37 Prozent. Grüne und Linke verlieren je einen Prozentpunkt, bei den übrigen Parteien ändert sich nichts. Wenn jetzt bereits der neue Bundestag gewählt würde, könnten die Parteien mit folgendem Ergebnis rechnen: CDU/CSU 37 Prozent (Bundestagswahl 32,9 Prozent), Grüne 18 Prozent (8,9 Prozent), SPD 15 Prozent (20,5 Prozent), Linke 7 Prozent (9,2 Prozent), AfD 9 Prozent (12,6 Prozent) und FDP 7 Prozent (10,7 Prozent). 7 Prozent würden sich für eine der sonstigen Parteien entscheiden (5,2 Prozent).

Die Zahl der Nichtwähler und Unentschlossenen entspricht mit 23 Prozent in etwa der Zahl der Nichtwähler bei der Bundestagswahl 2017 (23,8 Prozent). Die Unionsparteien könnten derzeit bei einer Bundestagswahl mit fast 18 Millionen Stimmen rechnen. Das sind doppelt so viele Stimmen wie für die Grünen (8,7 Millionen) und über zehn Millionen mehr als Stimmen für die SPD (7,4 Millionen). Für die Linke, die FDP und die sonstigen kleineren Parteien würden jeweils 3,1 Millionen Wahlberechtigte votieren.

Die AfD erhielt 4,3 Millionen Stimmen. Rund 14,3 Millionen Wahlberechtigte wollen sich derzeit nicht an einer Bundestagswahl beteiligen. Nur die Union wäre somit derzeit zahlenmäßig stärker als die "Partei der Nichtwähler". Entsprechend den jetzigen Wahlabsichten säßen im neuen Parlament aufgrund der kompliziert zu berechnenden Überhang- und Ausgleichsmandate 721 Bundestagsabgeordnete.

Die Mandate würden sich auf die Parteien wie folgt verteilen: CDU/CSU 289, Grüne 139, SPD 116, Linke 54, FDP 54 und AfD 69. Die "Kanzlermehrheit" läge bei 361 Mandaten. Die Union könnte demnach sowohl mit den Grünen (zusammen 428 Mandate) als auch mit der SPD (zusammen 405 Mandate) eine Regierungs-Koalition bilden. Für Schwarz-Gelb allerdings, eine Koalition mit der FDP, würde es für die Union nicht reichen (zusammen 343 Mandate). Auch das "linke" Bündnis aus Grünen, SPD und Linken wäre mit zusammen 309 Mandaten nicht regierungsfähig.

Wenn die Bundesbürger ihren Kanzler direkt wählen könnten, würden beide denkbaren Unions-Kandidaten vor den Konkurrenten der Grünen und der SPD liegen. Armin Laschet und Markus Söder würden momentan sogar gegenüber den letzten Umfragen jeweils drei Prozentpunkte gewinnen. Allerdings hat Söder im RTL/ntv-"Trendbarometer" einen Vorsprung von neun Prozentpunkten vor seinem Konkurrenten Laschet. Wenn die Union sich für Söder als Kanzlerkandidat entscheiden würde, könnte er derzeit mit 37 Prozent der Stimmen rechnen (gegenüber 34 Prozent in der Woche vom 11. bis 15. Januar).

Unverändert 18 Prozent würden sich für den Grünen-Chef Robert Habeck entscheiden, 15 Prozent für den SPD-Kanzlerkandidaten Olaf Scholz (minus ein Prozentpunkt). Wäre Laschet der Kanzlerkandidat der Union, könnte er mit 28 Prozent der Stimmen rechnen - am Wochenende unmittelbar nach seiner Wahl (16. und 17. Januar) kam er auf 25 Prozent. Scholz käme gegen Laschet auf 17, Habeck auf 19 Prozent. Nach der Wahl von Armin Laschet zum neuen CDU-Vorsitzenden trauen achtmal mehr Wahlberechtigte (42 Prozent) der Union als der SPD (fünf Prozent) zu, mit den Problemen in Deutschland am besten fertig werden zu können.

Den Grünen trauen das vier, einer der sonstigen Parteien fünf Prozent zu. 44 Prozent trauen keiner Partei politische Kompetenz zu. Für die Erhebung befragte das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Mediengruppe RTL vom 18. bis 25. Januar 2021 insgesamt 3.005 Personen.

Foto: Armin Laschet am 16.01.2021 (über dts Nachrichtenagentur)