Berlin - Vielen Flüchtlingen wird die Integration in den deutschen Arbeitsmarkt erschwert, weil ihr Führerschein in Deutschland nicht anerkannt wird, und gleichzeitig keine Fahrprüfung in ihrer Muttersprache möglich ist. Wie die Bundesregierung in einer Antwort auf eine kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion, einräumte, kann die theoretische Fahrprüfung derzeit neben der deutschen in nur zwölf Fremdsprachen abgelegt werden, berichtet das "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Freitagausgaben) unter Berufung auf die Antwort.

Demnach befindet sich Arabisch, die von den meisten Asylantragstellern seit 2016 gesprochene Sprache (542.302), unter den möglichen Sprachen zur theoretischen Führerscheinprüfung. Doch schon bei der zweitgrößten Flüchtlingsgruppe sieht es anders aus: Dari, umgangssprachlich Farsi, ein Dialekt des Persischen, sprechen die meisten Einwanderer aus Afghanistan. 139.386 Dari-Muttersprachler stellten seit 2016 einen Asylantrag in Deutschland. Die Chance auf eine schriftliche Führerscheinprüfung in ihrer Muttersprache hatten sie nicht.

Gleiches gilt für Asylbewerber, die Persisch sprechen: 64.557 Asylerstantragsteller in den vergangenen vier Jahren. Auch für die seit 2016 mit 102.040 Einwanderern drittgrößte Gruppe der Flüchtlinge, Menschen mit der Muttersprache Kurdisch-Kumanci, gibt es keine Fahrprüfung in ihrer Muttersprache. Die FDP fordert, die sprachlichen Hürden schnell abzubauen und Führerscheinprüfungen in weiteren Fremdsprachen anzubieten. "Es ist im Interesse aller Beteiligten, Asylbewerberinnen und Asylbewerber bestmöglich dabei zu unterstützen, in Deutschland Fuß zu fassen. Die erfolgreiche Integration in den deutschen Arbeitsmarkt darf nicht daran scheitern, dass die theoretische Führerscheinprüfung aufgrund von Sprachbarrieren nicht bewältigt werden kann", sagte der Obmann der Liberalen im Ausschuss für Arbeit und Soziales, Pascal Kober, dem RND. Die schriftliche Führerscheinprüfung solle auch auf weiteren Sprachen, die von Asylbewerbern häufig gesprochen werden, angeboten werden.

"Dies soll zumindest in Dari, Kurdisch-Kumanci und Persisch möglich sein", fordert der sozialpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion.

Foto: Fahrschule (über dts Nachrichtenagentur)

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