Berlin - Vor den am Montag beginnenden bundesweiten Tarifverhandlungen für die 580.000 Beschäftigten der chemischen Industrie deutet die Gewerkschaft IG BCE die Bereitschaft zur Verschiebung der Tarifrunde an: "Wir hatten 2021 ein Top-Jahr in der Chemie und auch für das erste Quartal dieses Jahres sah es gut aus", sagte IG-BCE-Verhandlungsführer Ralf Sikorski dem "Handelsblatt". Doch seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine am 24. Februar sei alles anders.

"Deshalb sind wir bereit, eine Brücke zu bauen über das Tal der Unsicherheit." Die Bundestarifkommission der Gewerkschaft hatte am 22. Februar die Forderung beschlossen: Demnach wollte die IG BCE ein Entgeltplus oberhalb der Teuerungsrate erreichen, hatte sich aber nicht auf eine konkrete Prozentforderung festgelegt. Durch den Ukraine-Krieg sind aber alle Konjunktur- und Inflationsprognosen Makulatur geworden. Sikorski machte klar, dass die Gewerkschaft weiter einen Ausgleich für die hohe Preissteigerung erwarte.

Die Kaufkraft der Beschäftigten dürfe nicht "ins Bodenlose" fallen: "Wir werden die Beschäftigten nicht mit den hohen Spritpreisen und Heizkosten alleine lassen."

Foto: IG BCE (über dts Nachrichtenagentur)

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