Berlin - Die Grünen-Spitze warnt die eigene Parteibasis vor einer allzu radikalen Klimaschutzpolitik. "Wenn wir jetzt anfangen, die Pariser Ziele umzuformulieren, schwächen wir das Pariser Klimaabkommen - und damit den gemeinsamen Kampf für Klimaschutz", sagte Bundesgeschäftsführer Michael Kellner am Freitag der "taz".

Und weiter: "Die Zeit drängt, wir müssen ins Machen kommen." Kellners Sätze beziehen sich auf eine Abstimmung, die auf dem Grünen-Parteitag ansteht. Ein Antrag aus dem Kreisverband Mannheim fordert, das 1,5-Grad-Ziel zur "Maßgabe" grüner Politik zu machen. Bisher orientieren sich grüne Beschlüsse am Pariser Klimaschutzabkommen.

Jenes sieht vor, die Erderhitzung auf deutlich unter zwei Grad, möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen. Es setzt also einen Korridor fest, keine fixe Marke. "Das Pariser Klimaabkommen ist Grundlage unserer Politik. Und ja, jedes zehntel Grad zählt, und wir setzen alles daran, auf den 1,5 Grad-Pfad zu kommen", so Kellner.

Dass sich vor fünf Jahren alle Staaten zum Pariser Klimaschutzabkommen verpflichtet hätten, sei historisch. "Diese massive Anstrengung schaffen wir als Welt aber nur gemeinsam, mit aller Kraft." Von Freitag bis Sonntag findet ein komplett digitaler Parteitag der Grünen statt, auf dem ein neues Grundsatzprogramm beschlossen werden soll. Dafür wurden über 1.300 Änderungsanträge eingereicht.

Foto: Michael Kellner (über dts Nachrichtenagentur)

Dir gefällt, was dts Nachrichtenagentur schreibt?

Dann unterstütze dts Nachrichtenagentur jetzt direkt: