Kiel - Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat die seit Monaten deutlich über dreißig Prozent liegenden Umfragewerte seiner Partei als das Verdienst von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) dargestellt. "Die guten Werte der CDU sind sehr deutlich auf Angela Merkels Wirken in der Pandemie zurückzuführen", sagte Günther der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Freitagsausgabe). "Man muss schon mit einer sehr parteipolitischen Brille unterwegs sein, wenn man das nur der CDU zuschreiben wollte."

Das schmälere jedoch diese Werte nicht, fügte er hinzu. "Es ist ein Wesensmerkmal der CDU, dass man sich auf uns verlassen kann, auch in einer Krise." Die Treffen der Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin zum Umgang mit der Pandemie "wären ohne eine solch starke Führungspersönlichkeit wie Angela Merkel nicht so erfolgreich", sagte der CDU-Politiker. "Ihr Wort hat absolutes Gewicht. Ihre Prognosen sind in der Regel eingetreten, und wenn wir ihrem Rat nicht gefolgt sind, war das nie gut." Wegen der guten Umfragewerte könne die CDU die Diskussion über die Frage, wer neuer Vorsitzender werde, "relativ frei von Druck" führen. "Den Druck machen wir uns nur selbst, weil einige daran interessiert sind, dass diese Führungsfrage schnell beantwortet wird." Günther wiederholte seine Mahnung, dass eine Einigung auf einen Kandidaten vor der Wahl auf dem Parteitag gut wäre. Er bekräftigte seine Unterstützung für das Team des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet, der sich um den Vorsitz bewirbt, und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, der stellvertretender Bundesvorsitzender werden will. Auf die Frage, ob Spahn ein geeigneter Kanzlerkandidat wäre, antwortete Günther: "Ich schätze Jens Spahn sehr. Er ist ein herausragender Krisenmanager. Grundsätzlich ist er für alles geeignet."

Foto: Daniel Günther und Angela Merkel (über dts Nachrichtenagentur)