Berlin - Der erste Shutdown im Frühjahr hat dem verarbeitenden Gewerbe in Deutschland schwer zugesetzt. Wie der "Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, produzieren 68 Prozent der Betriebe weniger als im Vorjahreszeitraum, gerade mal jeder fünfte Betrieb meldet das gleiche Niveau wie vor der Krise.

Nur zehn Prozent der Betriebe verzeichnen ein höheres Produktionsvolumen. Das ergab eine Befragung des Fraunhofer Instituts für System- und Innovationsforschung ISI, an der im Herbst 237 Betriebe des Verarbeitenden Gewerbes teilnahmen. Vier von fünf der befragten Unternehmen hatten Probleme mit ihrer Lieferkette oder mussten Kurzarbeit anmelden. Größere Betriebe mit mehr als 50 Mitarbeitern waren deutlich öfter als kleinere und mittlere von Kurzarbeit betroffen. Zugleich führe die Krise auch zu Innovationen. Gemäß der Erhebung haben 51 Prozent der Firmen ihre Produktionsabläufe neu organisiert oder planen, ihr Zuliefernetzwerk umzustrukturieren. 13 Prozent der Betriebe ordnen sogar beide Bereiche um. Folglich haben aufgrund des Lockdowns weite Teile der Industrie ihre Prozesse und Netzwerke robuster ausgerichtet. Hinzu kommt der durch die Krise erzwungene Digitalisierungsschub.

Foto: Stahlproduktion (über dts Nachrichtenagentur)