München - Der Präsident des Münchner Ifo-Instituts, Clemens Fuest, hat die Teilnehmer des laufenden Impfgipfels aufgefordert, mit hohen Prämien auf zusätzlich gelieferte Impfstoff-Dosen neue Anreize für die Hersteller zu schaffen. "Der Impfgipfel wäre ein Erfolg, wenn die Beteiligten sich dafür aussprechen, den Impfstoff-Herstellern hohe, aber im Zeitablauf fallende Prämien für Impfdosen anzubieten, die über die bestehenden Verpflichtungen hinaus geliefert werden", sagte Fuest der "Rheinischen Post" (Dienstagsausgabe).

"Planwirtschaftliche Kommandowirtschaft würde die Produktion eher verlangsamen", sagte der Ökonom mit Blick auf die Forderungen nach einer sogenannten Notimpfstoffwirtschaft, die unter anderem die Grünen sowie CSU-Chef Markus Söder vorgebracht hatten. Auch wenn die Verhandlungen mit den Herstellern maßgeblich auf EU-Ebene geführt wurden, könne Deutschland dennoch entscheidend auf die Prozesse einwirken, sagte der Ifo-Chef. "Deutschland hat als großes Land erheblichen Einfluss auf die europäischen Entscheidungen. Es wird sicher möglich sein, die Partner zu überzeugen", so Fuest.

Bei der Impfstoff-Beschaffung seien sowohl die EU-Kommission als auch die EU-Mitgliedstaaten beteiligt gewesen. Vieles sei auch gut gelaufen, so der Ifo-Präsident, etwa die schnelle Entwicklung und Zulassung von Impfstoffen. "Bei der Beschaffung sind Fehler gemacht worden, aber wir alle machen manchmal Fehler, und Schuldzuweisungen helfen jetzt nicht. Es geht jetzt darum, die Versorgung mit Impfstoffen so schnell wie möglich zu verbessern", sagte Fuest weiter.

Foto: Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer (über dts Nachrichtenagentur)