Berlin - Der Negativtrend der vergangenen Wochen setzt sich für die Union in der Sonntagsfrage fort. Bei einer Bundestagswahl zum aktuellen Zeitpunkt käme die CDU/CSU auf 27 Prozent (-6), denselben Wert wie bei Ausbruch der Pandemie im März letzten Jahres, ist das Ergebnis einer Infratest-Umfrage für den ARD-"Deutschlandtrend".

Ihr Koalitionspartner SPD hätte unverändert zum Vormonat 16 Prozent in Aussicht. Die AfD käme unverändert auf elf Prozent und die Linke auf unverändert sieben Prozent. Die FDP könnte nach einem Plus von zwei Punkten mit neun Prozent der Stimmen rechnen. Die Grünen kämen aktuell auf 22 Prozent (+2). Alle übrigen Parteien kämen zusammen auf acht Prozent (+2). Die Zufriedenheit mit der schwarz-roten Koalition fällt auf den niedrigsten Wert seit Ausbruch der Pandemie im letzten Jahr. Aktuell sind 35 Prozent der Befragten mit der Arbeit der Bundesregierung zufrieden. Das sind 15 Prozentpunkte weniger als Anfang März. Erstmals seit März 2020 überwiegt damit in der Bevölkerung wieder die Unzufriedenheit mit der Bundesregierung (64 Prozent, +15 im Vergleich zum Vormonat). Ein wohlwollendes Zeugnis stellen der Koalition nur noch die Anhänger der Union (72:27 Prozent) aus, aber auch dort ist die Zufriedenheit rückläufig. In den Reihen von Anhängern der SPD (45:54 Prozent) und der Grünen (41:59 Prozent) überwiegt die Kritik leicht, deutlicher bei den Anhängern der Linken (22:78 Prozent), der FDP (18:82 Prozent) und vor allem der AfD (6:92 Prozent). Mit Blick auf die Beurteilung der Arbeit von Politikern zeigt sich: Die Arbeit von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird weiterhin mehrheitlich positiv gesehen: 58 Prozent sind mit ihrer Arbeit sehr zufrieden bzw. zufrieden. Das sind sechs Prozentpunkte weniger als Anfang März und damit der niedrigste Zustimmungswert seit März 2020. Mit Markus Söder sind unverändert 54 Prozent der Befragten zufrieden. SPD-Außenminister Heiko Maas verliert nur leicht (43 Prozent, -1) und SPD-Vizekanzler Olaf Scholz verliert stärker (40 Prozent, -8) an Zustimmung. Auch CDU- Gesundheitsminister Jens Spahn verliert weiter an Rückhalt: Mit 31 Prozent (-8) erhält er den geringsten Zuspruch seit Dezember 2018. Sein Kabinettskollege CDU- Wirtschaftsminister Peter Altmaier (27 Prozent, -6) verzeichnet ein Rekordtief im ARD-"Deutschlandtrend". Gleiches gilt auch für den CDU-Parteivorsitzenden Armin Laschet mit 26 Prozent (-9). Mit der Arbeit des FDP-Bundesvorsitzenden Christian Lindner sind aktuell 31 Prozent zufrieden (+5), die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock liegt auf ähnlichem Niveau (29 Prozent, +2 im Vergleich zu Februar 2021). Mit der Arbeit des AfD-Fraktionsvorsitzenden Alexander Gauland sind aktuell zwölf Prozent zufrieden oder sehr zufrieden (-2 im Vgl. zu August 2020).

Die neue Ko-Parteivorsitzende der Linken, Janine Wissler, erreicht acht Prozent Zustimmung. Sie ist allerdings vielen Befragten noch nicht bekannt - selbst drei Viertel (74 Prozent) der Anhänger der Linken kennen sie nicht oder trauen sich kein Urteil zu ihrer Arbeit zu. Deutlich an Zustimmung verliert auch Ursula von der Leyen. Aktuell erreicht sie 23 Prozent Zustimmung zu ihrer Arbeit als EU-Kommissionspräsidenten.

Das sind zwölf Punkte weniger als im Dezember 2020. Für die Erhebung befragte Infratest insgesamt 1.348 Wahlberechtigte vom 29. bis 30. März 2021.

Foto: Armin Laschet (über dts Nachrichtenagentur)