Berlin - Um natürliche Lebensräume zu bewahren und das Aufkommen künftiger Pandemien zu verhindern, hat die Klimaschutzaktivistin Luisa Neubauer die Forderung danach untermauert, weite Landflächen weltweit unter Schutz zu stellen. "Wir erleben ja gerade, wie schnell es mit den Mutationen gehen kann. Manche sehen darin eine dritte Welle, andere sprechen schon jetzt von einer zweiten Pandemie", sagte sie der "Rheinischen Post" (Mittwochausgabe).

Diese Erfahrungen müssten für die Bundesregierung, aber auch für Regierungen weltweit eine maximale Motivation sein, sich der Klimakrise entgegenzustellen und das Ende der Naturzerstörung anzugehen, sagte Neubauer. "Eine konkrete Idee ist, einen großen Teil des Planeten, etwa 30 bis 50 Prozent, unter Schutz zu stellen", sagte die Organisatorin der "Fridays for Future"-Bewegung in Deutschland. "Daran geknüpft ist eine große Gerechtigkeitsfrage, weil man Menschen nicht ihren Lebensraum absprechen kann. Aber wir müssen darüber nachdenken, wie man Raum schaffen kann, damit die Natur und wir uns von unserer eigenen Zerstörung erholen können", so Neubauer. Zugleich kritisierte sie, dass die Pläne und Zielsetzungen für mehr Schutz natürlicher Lebensräume seit Jahren auf dem Tisch lägen, sich Regierungen aber darüber hinweggesetzt hätten. "Man hat kein einziges der 20 UN-Biodiversitätsziele bis 2020 erreicht. Ja, die notwendigen Transformationen sind manchmal inhärent langsam - aber vor allem dann, wenn man positiven Wandel aktiv verhindert", sagte Neubauer.

Foto: Luisa Neubauer (über dts Nachrichtenagentur)