Wiesbaden - Die Kosten für Krankenhauspatienten steigen deutlich schneller als die allgemeine Preissteigerung - und das schon vor der Corona-Pandemie. Laut neuester Daten, die nun erst für 2019 vorliegen, kostete ein Patient im Schnitt 5.088 Euro und damit 5,5 Prozent mehr als im Vorjahr.

Weil es zudem mehr Patienten gab, stiegen die Kosten der stationären Krankenhausversorgung noch stärker, nämlich um 5,7 Prozent auf rund 98,8 Milliarden Euro. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilte, zeigt der Ländervergleich deutliche Unterschiede in den Kosten pro Behandlungsfall. Am höchsten waren die durchschnittlichen stationären Kosten in Hamburg mit 6.146 Euro. Auch in Bremen, Berlin, Baden-Württemberg, Hessen, Schleswig-Holstein und Bayern lagen die durchschnittlichen Fallkosten über dem Bundesdurchschnitt.

Die niedrigsten Kosten je stationärem Behandlungsfall hatte Thüringen mit durchschnittlich 4.679 Euro. Diese regionalen Unterschiede sind auch strukturell bedingt: Sie werden vom Versorgungsangebot sowie von der Art und Schwere der behandelten Erkrankungen beeinflusst. Am deutlichsten stiegen die stationären Kosten je Fall im Vergleich zu 2018 in Bremen mit +12,6 Prozent. In Rheinland-Pfalz gab es mit +3,8 Prozent den geringsten Anstieg.

Zusammen mit den Ausgaben für nichtstationäre Leistungen (zum Beispiel für Ambulanz, wissenschaftliche Forschung und Lehre) in Höhe von 16,3 Milliarden Euro beliefen sich die Gesamtkosten der Krankenhäuser im Jahr 2019 auf 115,1 Milliarden Euro, nach 108,9 Milliarden Euro im Vorjahr. Sie setzten sich im Wesentlichen aus den Personalkosten von 70,3 Milliarden Euro (+5,7 Prozent gegenüber 2018) und den Sachkosten von 43,1 Milliarden Euro (+5,6 Prozent) zusammen.

Foto: Krankenhaus (über dts Nachrichtenagentur)