Berlin - Trotz der Corona-Pandemie sind die krankheitsbedingten Fehlzeiten Erwerbstätiger im Vergleich zu den Vorjahren deutlich gesunken. Das zeigen neueste Daten der Techniker Krankenkasse, über die die Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" in ihren Donnerstagausgaben berichten.

Danach waren Erwerbstätige im vergangenen Jahr durchschnittlich 15,1 Tage krankgeschrieben. Im Jahr 2019 waren es noch 15,4 Tage und 2018 15,5 Tage. Die Techniker Kasse ist mit fast elf Millionen Versicherten die größte deutsche Krankenkasse. Wichtigste Ursache für diese Entwicklung ist laut TK der Rückgang von Erkältungskrankheiten durch die Einhaltung der Corona-Abstands- und Hygieneregeln. So fielen 2020 durchschnittlich 2,29 Fehltage pro Erwerbsperson auf das Konto von Grippe und Co. 2019 waren es noch 2,37 und 2018 2,55 Fehltage. Das entspricht zwischen 2020 und 2018 einem Rückgang von rund zehn Prozent. "Sowohl der generelle Rückgang der Krankmeldungen als auch die Abnahme von Erkältungskrankheiten lassen darauf schließen, dass die Abstands- und Hygieneregeln auch dafür sorgen, dass sich andere Infektionserreger nicht so schnell verbreiten, wie vor der Pandemie", sagte Kassen-Chef Jens Baas dem RND. Die Krankschreibungen aufgrund der Diagnose Covid-19 spielen eine eher untergeordnete Rolle im Vergleich zu den anderen Erkrankungen. Insgesamt verzeichnete die TK im letzten Jahr rund 5,3 Millionen Krankschreibungen, davon 26.833 aufgrund von Covid-19. Eine erneute Zunahme verzeichnete die TK im vergangenen Jahr hingegen bei den Krankschreibungen aufgrund psychischer Diagnosen wie Depressionen und Angststörungen. So war jeder TK-versicherte Erwerbstätige statistisch gesehen 2020 aufgrund einer psychischen Diagnose durchschnittlich 2,98 Tage krankgeschrieben. Das ist ein erneuter Anstieg gegenüber den Vorjahren. 2019 waren es 2,89 Tage, 2018 noch 2,77 Tage. Damit setzt sich ein langjähriger Trend fort.

Foto: Menschen mit Schutzmaske vor einem Krankenhaus (über dts Nachrichtenagentur)