Der heutige Text über Medien soll eingeleitet werden mit einem Zitat von Niklas Luhmann: „Was wir über unsere Gesellschaft, ja über die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir über die Massenmedien.“

Ja es ist unglaublich, aber es gibt da draußen tatsächlich eine ganz andere Welt als die Coronaberichterstattung (und auch sonstige Berichterstattung) in den Massenmedien. Ich habe mir in der Coronakrise zwischendurch mal die Mühe gemacht in verschiedenen Medien wie Zeit, SZ, Spiegel, t-online, Tagesspiegel die Berichterstattung quantitativ anzusehen. Da kommt man dann teilweise auf 30 Corona-Artikel am Tag! In einem Medium! Und die sind auch noch so platziert, dass man erstmal nach unten scrollen muss, um zu sehen, dass es noch andere Themen gibt, die die Redaktion zumindest für so wichtig hält, um sie irgendwo noch abzubilden. Weitere Themen, die oftmals eigentlich wesentlicher sind, fallen ganz unter den Tisch oder kommen schon vor, aber halt nicht so deutlich wahrnehmbar. Über die Funktionsweise der Medien gibt es viele gute Bücher. Diese selektive Art der Berichterstattung hat zum Beispiel Ulrich Teusch in seinem Buch „Lückenpresse“ gut beschrieben. Ebenfalls empfehlenswert ist das Buch „Mainstream“ von Uwe Krüger, dessen Doktorarbeit es seinerzeit auch zum Aufhänger einer Anstalt-Sendung gebracht hat.

Ein kurzer Abriss meiner Erfahrungen aus der Zeit weit vor Corona: Nachdem mir die Berichterstattung über die Ukrainekrise sehr seltsam vorkam, habe ich mich mit dem Syrienkrieg so intensiv befasst, wie ich es jetzt mit Corona getan habe. Ich kam damals, sehr pointiert geschrieben zu der Schlussfolgerung, dass Deutschland an der Seite al-Qaidas gegen die syrische Regierung kämpft und die Kriegsbegründung mit Demokratie und Menschenrechten hanebüchen ist. Oder wie man es in Coronazeiten nennen würde: Geschwurbel. Ich habe damals mein Spiegelabo nach langen Jahren beendet, weil Titel wie „Putins Werk, Obamas Beitrag“ eine komplette Verdrehung der Tatsachen war und „Stoppt Putin jetzt“ eher kein Journalismus ist, sondern die Aufforderung zum Bruch des Völkerrechts. Man kann von diesem verheerenden Stellvertreterkrieg halten, was man will, aber man kann schon der Ansicht sein, dass Putin an der Seite der syrischen Regierung und damit eher auf dem Boden des Völkerrechts kämpfte als die NATO-Staaten, von den übrigen völkerrechtswidrigen Kriegen der NATO in der Region ganz zu schweigen. Das ganze Problem IS, das man vorgab zu bekämpfen, entstand überhaupt erst durch den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg auf den Irak 2003, dem die Mutter aller FakeNews zu Grunde lag. Wer erinnert sich nicht, als Colin Powell das Fläschchen Massenvernichtungswaffen der UN-Versammlung vor die Nase hielt, was unseren damaligen Außenminister Joschka Fischer nicht so ganz überzeugt hat.

Die USA hätten dabei den Irak liebend gerne schon früher angegriffen, aber leider haben sich die Anthraxanschläge von September 2001 dann dummerweise als Eigenproduktion eines (natürlich) Einzeltäters herausgestellt, der später an einem untauglichen Selbstmordversuch verstarb (so jedenfalls meine Erinnerung). Trotz hunderttausenden Toten durch diesen Krieg, trotz mehrerer hunderttausend Kinder, die bereits vorher durch Sanktionen geopfert wurden, weil es dies Wert war, wie Madelaine Albright meinte, trotz der bekannten Pläne den Nahen Osten in Schutt und Asche zu legen und einen Keil zwischen Europa und Russland zu treiben, stehen die USA in der Meinung vieler noch immer als die Guten da.

Der Weltpolizist, der sich für Demokratie und Menschenrechte einsetzt und Frieden bringt. Trotz eines Kriegsetats, den alle anderen zusammen kaum erreichen, hunderten Stützpunkten rund um den Globus und kaum einem Jahr in ihrer Geschichte, in dem diese Nation nicht irgendwo auf dem Erdball Krieg geführt hat.

https://www.zdf.de/nachrichten/wirtschaft/sipri-bericht-militaer-ausgaben-steigen-100.html

Viele Menschen verweigern sich der Tatsache, dass wenn es um Geld und Macht geht, auch Millionen Menschen geopfert werden. Diese gutgläubige Sichtweise ist vollkommen verrückt, aber nicht verwunderlich, denn es wird eine gigantische PR-Maschinerie eingesetzt, bei der man nie weiß, ob das gerade Nachrichten sind, die man liest oder Propaganda. Denn mit Propaganda arbeiten nicht nur Russland und China. Auch die USA setzen bereits seit langem massiv darauf und haben die Hebel durch die großen Tech-Konzerne, die (Achtung Euphemismus) nicht ganz frei sind von Geheimdiensteinflüssen, fest in der Hand. Damit wird Meinung gemacht und gesteuert.

Wer sich dem Thema annähern will, dem seien neben den zahlreichen Büchern, die es zur Funktionsweise der Medien und unserer Gehirne gibt, die Bücher von Michael Lüders und Gabriele Krone-Schmalz zu empfehlen. Vorsicht: Man wird Parallelen zur Coronakrise erkennen und auch zur lückenhaften Berichterstattung. Ich war im Jahr 2017 auf der Friedensdemo in Ramstein. Bei der Menschenkette schloss ich eine interessante Bekanntschaft als sich herausstellte, dass ich gerade Hand in Hand mit Otto Jäckel da stand, dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Sektion der International Association of Lawyers Against Nuclear Arms. Wir sprachen unter anderem über diese Thematik und die Planung der IALANA, eine Medientagung zu diesem Thema zu veranstalten. Diese fand im Januar 2018 statt, leider ohne Beteiligung oder Berichterstattung der Leitmedien. Ein Bericht ist hier nachzulesen. Videos und weitere Berichte finden sich hier. Wer es angesichts der Brutalität nicht ganz so nüchtern erträgt, dem seien die  Folgen der Anstalt vom April 2015 und November 2016 empfohlen, die das ZDF unter Comedy führt. Das ist schon recht grotesk, weil es sich so ziemlich um die einzigen Sendungen dazu im öffentlich-rechtlichen Fernsehen handelte, die fundiert und mit einem validen Faktencheck versehen zu dem Thema berichteten.

Warum diese verstörende Einleitung bei einem Artikel, der sich in eine Serie über Corona einreiht, deren erster Teil sich mit meiner Verstörung über die komplett konträre Herangehensweise der Umweltbewegung an Corona befasst hat, deren zweiter Teil meiner Verstörung darüber gewidmet war, dass es ein Vorsorgeprinzip bei der Impfung gar nicht mehr zu geben scheint und wir unsere historische Erfahrung mal ebenso über Bord werfen und deren dritter Teil sich mit unserer Demokratie und dem Grundgesetz befasste?

Weil ich den Eindruck habe, dass mit der Klimabewegung zwar zahlreiche Akteure aufgetreten sind, die viel Energie für ein Thema mitbringen, denen aber die Erfahrungen zu fehlen scheinen, die Menschen bereits gemacht haben, die sich für Frieden und Demokratie einsetzen und dabei Machtstrukturen angreifen. Die kennen das alles, was derzeit passiert, wissen, dass man sich auch in anderen Quellen außerhalb der Leitmedien über Machtstrukturen und Hintergründe informieren muss und müssten eigentlich gelangweilt sein, wenn es nicht eine derartige Dynamik annähme, die geeignet ist, die liberalen Demokratien, die es geschichtlich betrachtet erst einen Wimpernschlag gibt, einfach wegzuwischen. Dabei kommen die selben Mechanismen zum Einsatz, die insbesondere Friedensaktivisten kennen, wenn sie sich gegen geopolitische Interessen stellen. Allen voran die Diskreditierung als Antisemiten, Verschwörungstheoretiker etc. Man mag es kaum glauben, dass solch seichte Spielchen funktionieren, die denkende Menschen eigentlich als intellektuelle Beleidigung auffassen müssten.

Verschwörungstheorien

Nur keine Scheu vor plausiblen Verschwörungstheorien, sofern sie Menschenfeindliches aufdecken ohne selbst menschenfeindlich zu sein. Also außer gegenüber Menschenfeinden. Da muss man nicht so arg freundlich sein. Verschwörungen gab es schon immer und es wird sie immer geben. Seit der Coronakrise wissen wir doch, dass Verschwörungstheoretiker lediglich Menschen sind, die sich 1 Jahr zu früh öffentlich äußern.

Kürzlich habe ich von Cemas gelesen. Das ist ein Thinktank für Verschwörungstheorien. Und das ist ja auch nur logisch, denn in der Coronakrise braucht man solche thinktanks, weil sich die Verschwörungstheorien schneller bewahrheiten, als sie sich ein Einzelner ausdenken könnte. Egal ob das die nicht belastbaren Zahlen des PCR-Tests sind, der Intensivbettenskandal, ach eigentlich bisher alles, worauf die offiziellen Verlautbarungen und die Horrorzahlen in der Coronakrise beruhten, die zu den größten Verfassungsbrüchen geführt haben, die ich mir jemals vorstellen hätte können. Verbreitet von den Leitmedien, die noch immer als seriöse Quellen angesehen werden, wohingegen alles, was auf valider Datengrundlage das Narrativ von Politik und Leitmedien in Frage stellt als unseriös abgekanzelt wird. Verrückte Welt.

Das wirklich schlimme an Verschwörungstheorien ist, dass die plausiblen diskreditiert werden, indem man sie fast immer, wenn es um solche im Bereich von wirtschaftlichen oder geopolitischen Machtinteressen geht, in einem Atemzug nennt mit Chemtrails, Flacherde oder Echsenmenschen. Dann ist das in den Hirnen wunderbar als Quatsch verklammert und man kann weiter machen mit seiner praktischen Verschwörung. Leute, die sowas in einem Satz oder auch nur in engemzeitlichen Zusammenhang verrühren, sind per se unseriös.

Aufreger gibt es doch immer wieder. CumEx ist so ein aktueller, wenn auch im Gesamtgeschehen recht kleiner. Was mich grad an Umweltaktivisten wundert: Warum halten die Verschwörungstheorien für Quatsch. Ich meine: es gibt so viele Akteure, die bereit sind, sogar die gesamte Ökosphäre zu opfern, wie ExxonKnew zeigte. Aber In Coronazeiten scheint das nicht mehr so zu sein. Das war früher. Jetzt sind Konzerne und die Regierungen die Guten und Ausbeuter sind Menschenfreunde. Wer würde denn schon für ein paar hundert Milliarden uns allen schaden wollen oder für eine absolut marktbeherrschende Stellung, die wir früher mal kartellrechtlich unterbunden hätten. Ist alles Käse, sagen die Verschwörungsleugner.

Weiteres Beispiel: Wenn es um lange erprobte Pestizide geht, ist die Aufregung groß, wenn sich durch eigene mühsame Aufklärung der Zivilgesellschaft gegen massive Widerstände  (Klagen, Einschüchterungen, gekaufte Wissenschaft o.ä.) herausstellt, dass es über die Luft verfrachtet wird. Das entspreche nicht den Zulassungskriterien und müsse vom Markt genommen werden. Wenn man jedoch schreibt, dass die experimentellen Impfstoffe entgegen den offiziellen Verlautbarungen gar nicht im Muskel verbleiben, wo sie eingespritzt werden, sondern sich im gesamten Körper von Eierstöcken bis zum Gehirn verteilen mit unabsehbaren Folgen, wird man von eben jenen Umweltaktivisten angegriffen und die Impfstoffe werden  verteidigt. Und damit verteidigen sie im Endeffekt die gleichen Leute: die Eigentümer der Konzerne. Verrückte Welt.

Selbst bei Menschen, deren Arbeit ich sonst schätze, habe ich den Eindruck, dass sie bisweilen doch einen sehr begrenzten Blick auf manche Dinge haben. Wer schon mal „Fake Facts“ von Katharina Nocun und Pia Lemberty gelesen hat, sollte unbedingt noch Nils Melzers „Die Akte Assange“ lesen und dann nochmal Fake Facts. Ich garantiere ihm andere Gefühle bei der zweiten Lektüre. Mir ging es so. Nils Melzer hat den Glauben an den Rechtsstaat verloren. Er sieht die Banalität des Bösen am Werk.

Oberflächlich geht es aus meiner Sicht bei der Aburteilung von Kritikern der wikipedia zu. Die sieht man dort als demokratisch organisierte Wissensplattform, was sie aber gerade im Bereich von Geopolitik und Konzerninteressen nicht ist. Da scheint derjenige zu gewinnen, der sich mit mehr Ressourcen rücksichtslos durchsetzen kann. Der englischsprachige Artikel des Erfinders der mRNA-Technologie Robert Malone wurde kürzlich ganz gelöscht, nachdem er sich mehrfach äußerst kritisch zu seiner Miterfindung äußerte. Zu einem anderen Fall aus einem recht aktuellen Kommentar von Livia Gerster mit deutlicher Überschrift (Bezahlschranke):

„Doch in den Weiten der Wikipedia toben Heerscharen von käuflichen Schleichwerbern, dressierten Desinformationskriegern und eitlen Hochstaplern. Jeder kann mitmachen, erstellen, bearbeiten, redigieren, optimieren, manipulieren, löschen. Die Wikipedianer nennen das Schwarmintelligenz. Oft ist es aber nichts anderes als Mob-Anarchie.“

Hier ein offener Artikel zu diesem Fall. Auch die Viadrina sieht die wikipedia kritisch ebenso wie einer ihrer Mitgründer. Speziell zur Coronakrise hier ein Interview mit Clemens Arvay, der sich in Videos und einem Buch zur Impfung äußert. Hier ein Gespräch mit ihm und Prof. Dr. Harald Walach. Maßgeblich zur Aufklärung beigetragen hat Markus Fiedler mit seinem Recherchestück „Die dunkle Seite der Wikipedia“ und in der Folge mit einer gemeinsamen Serie und Recherchearbeit Dirk Pohlmann, durch deren Ermittlungstätigkeit überhaupt erst das oben beschriebene Urteil gegen einen anonymen Diskreditierer möglich war. Nun kann man dazu stehen wie mal will und muss Leuten für deren dem Gemeinwohl dienliche Recherche auch nicht wohlwollend gegenüber stehen. Ist ja ein freies Land mit mal mehr mal weniger Meinungsfreiheit. Aber wie man das so einfach in ein Buch als „demokratisch“ hineinschreiben kann und Kritik daran in den Bereich der Verschwörungstheorie rückt, ist mir unbegreiflich.

Noch unbegreiflicher ist mir, wie alles, was in der Realität beobachtet werden kann und was die Protagonisten selbst von sich geben, von so vielen in den Bereich der Verschwörungstheorie gerückt wird. Die vollkommen irre Idee, dass alle Menschen auf der Welt geimpft werden müssen, um die Pandemie zu beenden, haben ja Bill Gates und Angela Merkel selbst in die Kameras gesprochen. Und das bedeutet ja nichts anderes als alle: vom Säugling bis zum Greis rund um den Globus. Das ist wirklich vollkommen irre bei diesem Virus und den Risiken der Impfung. Dabei ist das mit der Impfung vielleicht sogar auch nur ein von noch größeren Dimensionen ablenkender Nebenkriegsschauplatz, während die Finanzkonzerne sich anschicken, halbe Volkswirtschaften zu übernehmen und die Tech-Konzerne um Facebook und google (oder vielmehr um im Coronasprech zu bleiben das variantenreiche Alphabet) gleich die Übernahme der halben Welt planen. Also das sage ja auch wieder nicht ich. Da sei vielmehr zur Lektüre Susanna Zuboffs „Überwachungskapitalismus“ empfohlen. Beim Lesen muss man sich mittlerweile allerdings vorstellen, es sei 2019, als das noch als „Das Kapital“ des 21. Jahrhunderts galt. Nicht „im 21. Jahrhundert“ - sonst ist der Franzose mit dem anderen Wahnsinnswerk pikiert. Heutzutage ist aber wohl beides Verschwörungstheorie. Also die Neigung von Kapital, zwangsläufig zu akkumulieren und damit Schlimmes zu tun.

In der Coronakrise gibt es Extreme auf beiden Seiten und ich gebe zu, dass man sich da verrennen und es dann auch gefährlich werden kann. Geschlossene Weltbilder bringen einen auf beiden Seiten aber nicht weiter. Nicht alles ist schwarz oder weiß, in der Regel sind es Grautöne. Manchmal eher dunkelgrau, manchmal heller. Was allerdings vollkommen unseriös ist, sind die reinweißen Berichte über die Impfung angesichts von noch nie dagewesenen Nebenwirkungen bei  einer gleichzeitig nicht für eine Exitstrategie zu gebrauchenden Wirkung. Gleiches gilt für die Huldigung von sog. Philanthropen und die ausbleibende Kritik gegen die größte Umverteilung von öffentlichem Vermögen zu Privaten in der Geschichte und damit die Zementierung gemeinwohlschädlicher Machtstrukturen.

Da muss man wohl dem großen Philosophen Roger „Verbal“ Kint beipflichten: „Der größte Trick, den der Teufel je gebracht hat, war die Welt glauben zu lassen, es gäbe ihn gar nicht.“ Das scheinen mittlerweile auch all diejenigen Gruppierungen zu glauben, die sich bisher gegen Konzernmacht und imperiale Politik eingesetzt haben.

Die größte Verschwörungsideologie dürfte es jedoch gleichwohl sein, alle, die sich für Demokratie, Gerechtigkeit, Menschenrechte, gemeinwohlorientiertes Wirtschaften, Gemeingüter etc. einsetzen einer einzigen Gruppe zuzuordnen, die den Staat delegitimieren will. So langsam sollten sich diese Verschwörungsleugner (hier der zitierte Artikel von Tim Foyle zum nachhören) mal fragen, was sie da eigentlich wirklich treiben und wohin das führen soll.

Manchmal bin ich sehr bestürzt von Menschen aus meinem Umfeld, die einfachste Zusammenhänge nicht erkennen wollen. Wenn Kanäle von Journalisten abgeschaltet werden, verteidigen sie das sogar noch, weil es gegen die eigene Meinung geht. Solche Verschwörungstheorien müsse man nicht tolerieren und das Grundgesetz gegen sie verteidigen (obwohl nichts Strafbares berichtet wurde aber vielleicht die das eigene Weltbild zu sehr zertrümmernde Wahrheit). Dass es einen dann selbst mal treffen kann, wird dabei ausgeblendet wie auch, dass unser Grundgesetz so nicht funktioniert. Aber das wird ja schon die komplette Coronakrise ausgeblendet und so kann man sich weiter schön auf das offizielle Narrativ berufen, das zwar schon dutzendfach pulverisiert wurde, aber für in der Zukunft liegende Sachverhalte noch immer so glaubhaft zu sein scheint, dass jede Kritik daran eine neue Verschwörungstheorie ist.

Auch eine Impfpflicht galt so bis vor Kurzem noch als Verschwörungstheorie und manche waren verständnislos, dass ich mich gegen eine Impfung von Kindern, die von Corona so gut wie nichts mitbekommen, wehrte, weil die Impfung für sie mit vielen Fragezeichen und gefährlichen Nebenwirkungen behaftet ist. Es gäbe doch noch keine Impfpflicht und die STIKO spreche sich doch gegen die Impfung von Kindern aus (was aber halt noch nie einen Politiker interessiert hat).

Impfpflicht

Seit dem Wochenende rollt sie nun endlich  - die erwartbare Kampagne zur Diskursverschiebung ins bisher Unsagbare. Bekannt von ihrer AfD und allen rechten Parteien reüssiert diese Technik in der Coronakrise bei Politik und Medien. Bisher Undenkbares wird geäußert und wieder halb zurückgenommen, um irgendwann als hoffähig beschlossen werden zu können und breite Akzeptanz zu genießen.

Da diskutieren „Ethiker“, die offensichtlich aus unserer Geschichte nichts gelernt haben, darüber, dass eine Diskriminierung von Ungeimpften gerechtfertigt sei.

Das ist mittlerweile breit akzeptiert aber gewalttätig ist derjenige, der sich dahingehend äußert, dass wir das nicht tun dürfen. Gewalttätig ist nicht derjenige, der in freundlicher Sprache zivilisatorisch derartig entgleist! Wer so etwas fordert hat heutzutage das Zeug zum Ethikprofessor und darf ganz oben in der Zeit publizieren, damit das auch breit wahrgenommen wird. Und am Folgetag kommt dann gleich der nächste Experte, der eine Impfpflicht fordern darf, obwohl er schon vor lauter Unlogik eigentlich vom Hof gescheucht werden müsste. Aber wen interessiert denn heutzutage noch Logik, wenn es darum geht, bei den Menschen die Botschaft im Hirn zu verankern, dass Umpfunwillige asoziale Parasiten der Gesellschaft sind. Das schafft man nur, wenn in hoher Frequenz immer wieder die gleiche Botschaft prominent unters Volk gebracht wird. Da muss man schon mal Abstriche bei der Qualität machen. Vor allem wenn das offizielle Narrativ die Qualität einfach nicht hergeben will und die Impfstoffe erst recht nicht.

Nun sollen auch Minderjährige in Schulen geimpft werden - ohne Einwilligung der Eltern aber unter dem Druck der Impfkampagne vor Ort und der Peer Group. Wie sollen denn 14-Jährige so weit sein, die Tragweite ihrer Entscheidung zu verstehen, wenn selbst noch so viele gebildete Erwachsene, darunter auch Akademiker in meinem Umfeld nicht wissen, dass es sich bei dem Impfstoff um ein "Weltexperiment" (Alexander Kekulé) handelt, weil nur bedingt zugelassen und für die nächsten 2-3 Jahre noch in der Studienphase mit ungewissem Ausgang? Es sollen gesunde Kinder geimpft werden, die von der Krankheit überhaupt nichts mitbekommen, dann aber natürlich immun sind mit einem viel breiteren Schutz als ihn die Impfung vermitteln könnte, die gegen ein zwischenzeitlich mehrfach mutiertes Virus entwickelt wurde. Die sollen mit einem neuartigen Genpräparat geimpft werden, das überhaupt nicht den Zweck erfüllt, der propagiert wird und lediglich eine bedingte Zulassung hat, weil ein Notfall ausgerufen wurde, der nicht (mehr) besteht. Es gibt mehrfach geimpfte Superspreader und wie die New York Times aktuell berichtet tragen  auch zweifach geimpfte eine hohe Virenlast im Rachen und sind infektiös. Die ganze Impfstrategie bricht damit zusammen. Wird darüber breit berichtet? Nein, man geht jetzt auf die STIKO und die Kinder los. Man hätte es dabei belassen sollen, die Risikogruppen zu impfen und diejenigen, die es wünschen, wenn sie denken, dann besser vor einem schweren Verlauf geschützt zu sein. Es gab noch nie einen Impfstoff in der BRD mit derart verheerenden Nebenwirkungen. Die Kinder damit zu impfen ohne einen Zugewinn für die Gesellschaft aber erheblichen gesundheitlichen eigenen Folgen bis hin zum möglichen Tod ist ein Verbrechen. Ob Kinder eine strafbefreiende Einwilligung zu dieser Körperverletzung geben können, wage ich zu bezweifeln.

Das ist alles egal, da trommelt der Kanzleramtsminister für eine verfassungsfeindliche Ächtung  von Menschengruppen in diesem Land ebenso wie der Gesundheitsminister und der Weltärztepräsident trötet fröhlich sinnbefreit und verfassungsfeindlich hinterher. Söder und Co. machen gleich Nägel mit Köpfen und lassen entgegen dem STIKO-Rat vor Schulen Impfbusse auffahren. Um Gesundheit geht es in der ganzen Argumentation nicht, weil das auch kaum zu begründen wäre. Es geht um die „Gewährung“ von Grundrechten und Nötigung.

Den bislang letzten aber sicher noch lange nicht allerletzten Höhepunkt setzte jüngst das (hoffentlich nicht mehr lange) Leopoldinamitglied Armin Falk: „Die Allgemeinheit muss hier zahlen für die Trägheit und die Dummheit der Impfgegner…Wenn Beatmungsgeräte knapp werden oder wir nochmal in eine Triage-Situation kämen, was ich nicht hoffe, und wir dann vor der Wahl stehen, ob ein Geimpfter oder ein Nicht-Geimpfter die Behandlung bekommt, dann würde ich sagen, dass der Impfstatus mit in die Abwägung einfließen sollte“.

Angesichts unserer Geschichte ist das eine kaum zu glaubende Entgleisung. Kann die mal jemand alle inklusive der „Ethiker“ auf eine Schulbank setzen und ihnen die Grundlagen unseres Grundgesetzes erläutern und warum wir das alles so festgeschrieben haben inklusive Ewigkeitsgarantie? Oder ermittelt da auch schon die Generalstaatsanwaltschaft wegen Volksverhetzung?

Das tut sie natürlich nicht, sondern lediglich bei geschmacklosen Vergleichen gegen die Coronapolitik und dann kommt womöglich eine Hausdurchsuchung wie sonst heutzutage nur bei unabhängigen Richtern und gerichtlich bestellten Sachverständigen, die bei dem Regierungsnarrativ nicht mitspielen, weil es Fakten und Recht nicht hergeben. Oder bei Ärzten, die ihren Patienten Maskenatteste ausstellen. Parallel zu diesen ganzen Ereignissen fordern in der Schweiz übrigens Politiker, Ungeimpfte mit Stickern zu kennzeichnen. Verrückte Welt.

Ach so, ja, die aus dem Völkerrecht kommende grüne Kanzlerkandidatin scheint auch nicht so ganz mit beiden Beinen auf dem Grundgesetz zu stehen und der Herr Habeck, der aus der Landwirtschaft kommt, formuliert es noch deutlicher entgegen aller demokratisch legitimierten Verfahren und die Wissenschaft und macht die Grünen komplett unwählbar:

Quelle (29.07.21): https://www.tagesspiegel.de/politik/stiko-soll-mal-ein-bisschen-in-die-gaenge-kommen-habeck-fordert-ueberpruefung-der-impfempfehlung-fuer-kinder/27467424.html

Im Bundestag scheint eigentlich niemand mehr so richtig mit beiden Beinen auf dem Grundgesetz zu stehen. Auch gegen die totalitären Phantasien einer aufkeimenden Impfpflicht wollen die Menschen am 1.8. in Berlin auf die Straße gehen wollen. Ob man sie das in irgendeiner Form lässt, ist fraglich. Grundrechte werden seit der Coronakrise mit zweierlei Maß gemessen. Von der Politik, den Behörden und auch von der ehemals 4. Gewalt im Staate. Da gibt es die guten Demos,  auf denen sich Politiker gerne bunt zeigen:

Und dann gibt es die schlechten Demos für Demokratie und Minderheitenschutz, die mit aller Härte unterbunden gehören, weil sich die Menschen nicht (wie ebensowenig beim CSD) an Abstandsgebote und Maskenpflicht halten.

Am 1.8. wird in Berlin vermutlich also wieder nicht so demonstriert werden können, wie dies 65.000 ein Wochenende davor tun konnten, um für eine bunte Minderheit zu werben. Wenn dann die Demokratiebewegung auch für Minderheitenschutz auf die Straße geht, wird deren Gängelung von vielen in der Gesellschaft goutiert, ohne 1,5 Meter weiter zu denken, was dies für das eigene Schicksal bedeuten könnte. Im geschichtlichen Maßstab wird das nur ein Wimpernschlag gewesen sein, wenn man so weiter macht. Aber das scheint dann so gewollt zu sein. Verrückte Welt.

Zurück zur Impfpflicht, die derzeit vorbereitet wird und einer Diskriminierung Tür und Tor öffnen könnte, wie sie kaum ein CSD-Teilnehmer jemals erfahren haben dürfte und weshalb auch an jenem Tag in anderen europ. Ländern Hunderttausende auf die Straßen gingen. In Frankreich ist man beispielsweise schon einen ganzen Schritt weiter. Allein in Paris demonstrierten daher 161.000. Die größte Gewerkschaft des Landes hat sich jetzt angeschlossen. Existiert die EU eigentlich noch?

Was soll denn die Exit-Strategie  aus der Pandemie sein? Oder wie der Staatsrechtler Uwe Volkmann fragt: Wann hört es auf?

Früher, als ein paar Menschen mehr noch bereit waren, weiter zu denken, wäre denen aufgefallen, dass die angekündigte Exitstrategie, die uns verkauft wird, bereits auf Gibraltar existiert. Und just in den Tagen, in denen die obigen Autoren ihren geistigen Unrat in den Quantitätsmedien in die Hirne ihrer Leser entleeren dürfen, liest man andernorts von Gibraltar, das bereits Herdenschutz durch fast 100% Impfung erreicht hat und damit auf die sagenumwobene Inzidenz von 600 (!) kommt. Verrückte Welt.

Aus anderen Ländern mit hoher Impfquote wird Ähnliches berichtet. Wie weit muss man sich von der Realität noch entfernen, ohne dass einen die kognitive Dissonanz zerreißt. Das hat religiöse Züge.

Ich verstehe ja, dass sich niemand gerne das Weltbild zertrümmern lässt von diesen unseriösen Quellen, die das Narrativ in Frage stellen, indem sie einfach nüchtern die Zahlen reportieren. Da ist es anscheinend angenehmer, weiter den bisherigen Quellen zu folgen und darauf zu vertrauen, dass man selbst dann wieder seine Grundrechte vollumfänglich genießen kann, wenn man mit etwas gespritzt wurde, das zumindest außerhalb der eigenen Quellen im validen Verdacht steht, die körperliche Unversehrtheit teils massiv zu beeinträchtigen. Und bei einer paarhunderter Inzidenz einer Krankheit die zwar mittlerweile weitgehend ihren Schrecken verloren hat aber noch nicht ihre politische und mediale Nutzbarkeit, muss man schon arg naiv sein, wenn man denkt, man könne wieder unbeschwert leben, ohne turnusmäßig durchgeimpft zu werden. Nene, das ist schön auf Dauer angelegt, wenn Ihr es nicht beendet und Euch Euer Leben zurückholt. Dafür muss man auf die Straße gehen und noch weitaus mehr und vor allem einfach mal „Nein!“ sagen oder wie es die große Philosophin Dr. hc. lib. Gabriele Susanne Kerner jüngst ausdrückte:

„Die Frage ist nicht, was wir dürfen, sondern die Frage ist, was wir mit uns machen lassen.“

Jens Berger schreibt zu diesen Exzessen:

„Erklärungsbedürftig ist auch die Formulierung, man müsse „Geimpften Rechte zurückgeben“ oder „Geimpften Vorteile verschaffen“. Wer so spricht, zieht nicht den verfassungskonformen Normalzustand heran, sondern hat bereits argumentativ „eingepreist“, dass jeder Bürger nur eingeschränkte Grundrechte genießt. Dies entspricht zwar dem – scharf zu kritisierenden – Ausnahmezustand, ist aber eben nicht die Grundlage für weitere Debatten. Wenn mir jemand 1.000 Euro wegnimmt und dann mit großem Gestus verkündet, man könne darüber nachdenken, mir 500 Euro zurückzugeben, wenn ich mich richtig verhalte, ist dies kein Vorteil, sondern unter dem Strich immer noch ein Nachteil für mich. Ich bin geimpft und möchte keine „Vorteile“, sondern dass alle, egal ob geimpft oder ungeimpft, die gleichen Rechte genießen. Mir müssen keine Rechte zurückgegeben werden, die ich ohnehin laut Verfassung besitze und die der Staat mir überhaupt nicht ohne eine sehr, sehr gute Begründung wegnehmen darf. Und das ist kein individueller Wunsch, sondern mein unteilbares und nicht veräußerbares Recht – zumindest behauptet dies das Grundgesetz.“

Das Infektionsschutzgesetz scheint für viele in Politik und Medien die neue Verfassung zu sein. Jens Bergers einleitende conclusio zog ich schon vor vielen Monaten:

„Es ist bitter: Die Feinde der freiheitlichen demokratischen Grundordnung dieses Staates sitzen heute in dessen höchsten Ämtern.“

Dem ist nichts hinzuzfügen.

Faktenvernebler

Bereits sehr früh in der Coronakrise hat sich der Journalist Norbert Häring zu den sog. Faktencheckern geäußert, zu deren immer gleicher Funktionsweise ich in den letzten Artikeln ebenfalls schon einiges geschrieben habe. Sie bringen den Diskurs nicht weiter. Sie verhindern ihn.

Ganz exemplarisch hat sich das nun am Beispiel eines Papiers renommierter und bekannter Persönlichkeiten gezeigt, die eine Brücke bauen wollen, um endlich den notwendigen Diskurs zu beginnen, um einen Ausweg aus der Krise zu finden und Wege, die gespaltene Gesellschaft wieder zu versöhnen.

Hier der dürre Faktenirgendwas dazu. Und hier die Stellungnahme des Auorenkollektivs. Möge sich jeder sein Bild machen, was das mit Fakten zu tun hat.

Am verheerendsten wirken sich die Faktenchecker in ihrer Einseitigkeit aus. Karl Lauterbach, einer der Helden der radikalsten Maßnahmenbefürworter, lag so oft daneben, dass Faktenchecker mittlerweile bereits eine Bibliothek mit ihren Werken bestücken könnten. Machen sie aber nicht. Das schlimme daran ist seine mediale Präsenz, die Kritikern, die mit validen Daten aufwarten können, nicht vergönnt ist.

Das Gegenteil von Faktenchecken passiert jedoch dann, wenn die, die für diese Krise die Hauptverantwortung tragen, ihre Unwissenheit zur Schau stellen. Wie Angela Merkel im Bundestag zu den ct-Werten beim PCR-Test, dem wohl verheerendsten Instrument der Pandemieerzeugung.

Man muss sich das Video ansehen, weil nach der Rede Merkels Winston im Miniwahr das Protokoll korrigiert und das Original ins Gedächtnis-Loch geworfen hat. Im Protokoll kennt Merkel jetzt sogar die korrekte Bezeichnung des Virus und auch das mit der Infektiosität wurde halbwegs grade gerückt. Doof mit dem Video, wo sich die unabhängigen Faktenchecker doch so schön zurückgehalten haben, um nicht Fake News zu wittern, wo mal wirklich welche waren. Bei der Hauptverantwortlichen für die Beseitigung des demokratischen Rechtsstaats.

So bitter es ist, aber die Faktenchecker gerieren sich in der Coronakrise oft genug als hetzerische, staatstragende Propagandamaschinerie, die spalterisch und gesellschaftszersetzend wirkt, insbesondere dann, wenn der Ton weit schlimmer ist, als ich - oft kritisiert dafür - jemals schreiben könnte.

Psychologie:

Die Coronakrise wurde ausgelöst durch eine Massenpsychose, in die die Menschen versetzt wurden. Ich würde es sogar als psychologische Kriegsführung bezeichnen und das ist gar nicht so weit hergeholt. Das Strategiepapier des Innenministeriums (link) nenne ich deshalb auch Panikpapier, weil bei den Menschen bewusst ein Schockzustand herbeigeführt und Panik erzeugt werden sollte. So heißt es in dem Papier:

Um die gewünschte Schockwirkung zu erzielen, müssen die konkreten Auswirkungen einer Durchseuchung auf die menschliche Gesellschaft verdeutlicht werden:

  • 1)  Viele Schwerkranke werden von ihren Angehörigen ins Krankenhaus gebracht, aber abgewiesen, und sterben qualvoll um Luft ringend zu Hause. Das Ersticken oder nicht genug Luft kriegen ist für jeden Menschen eine Urangst. Die Situation, in der man nichts tun kann, um in Lebensgefahr schwebenden Angehörigen zu helfen, ebenfalls. Die Bilder aus Italien sind verstörend.
  • 2)  "Kinder werden kaum unter der Epidemie leiden": Falsch. Kinder werden sich leicht anstecken, selbst bei Ausgangsbeschränkungen, z.B. bei den Nachbarskindern. Wenn sie dann ihre Eltern anstecken, und einer davon qualvoll zu Hause stirbt und sie das Gefühl haben, Schuld daran zu sein, weil sie z.B. vergessen haben, sich nach dem Spielen die Hände zu waschen, ist es das Schrecklichste, was ein Kind je erleben kann.
  • 3)  Folgeschäden: Auch wenn wir bisher nur Berichte über einzelne Fälle haben, zeichnen sie doch ein alarmierendes Bild. Selbst anscheinend Geheilte nach einem milden Verlauf können anscheinend jederzeit Rückfälle erleben, die dann ganz plötzlich tödlich enden, durch Herzinfarkt oder Lungenversagen, weil das Virus unbemerkt den Weg in die Lunge oder das Herz gefunden hat. Dies mögen Einzelfälle sein, werden aber ständig wie ein Damoklesschwert über denjenigen schweben, die einmal infiziert waren. Eine viel häufigere Folge ist monate- und wahrscheinlich jahrelang anhaltende Müdigkeit und reduzierte Lungenkapazität, wie dies schon oft von SARS-Überlebenden berichtet wurde und auch jetzt bei COVID-19 der Fall ist, obwohl die Dauer natürlich noch nicht abgeschätzt werden kann.

Ausserdem sollte auch historisch argumentiert werden, nach der mathematischen Formel: 2019 = 1919 + 1929

Das wäre als singuläres Erlebnis schon schlimm genug, aber auch nicht ungewöhnlich. Schließlich leben wir in Deutschland, da geht es bei so etwas gründlich und wenig zimperlich zu. Aber das ist ein weltweites Phänomen. Ein Beispiel aus England und damit kommen wir schon wieder zu den Medien. Darüber hatten die Nachdenkseiten berichtet, die einen Artikel von RTdeutsch aufgriffen und in dem Artikel eben auch schrieben, dass offenbar nur RT darüber berichtet hatte.

Ich twitterte das damals, eben weil darüber nicht berichtet wurde und sich der Bericht nur in den Nachdenkseiten und RT wiederfand. Und die Reaktion fällt dann wie immer aus, wenn man auf Quellen zurückgreifen muss, die als einzige die wirklich maßgeblichen Dinge berichten und sich nicht auf die Produktion von Horrorzahlen beschränken. Diese aufklärenden Quellen sind dann unseriös, nicht etwa die, die die gesamte Krise erst ermöglicht haben durch ihr Trommelfeuer unbrauchbarer Zahlen. So in etwa ist dann die immer gleiche Reaktion:

Applaus Applaus. Noch antikaufklärerischer kann es dann nicht mehr zugehen. Eine andere Reaktion hätte sein können, dass man anerkennt, dass es wirklich skandalös ist, dass die Medien nicht in epischer Breite über die Grundlagen dieser Krise und über Psychologie berichten. Psychologie ist die mächtigste Disziplin in dieser Krise. Von Corona haben die wenigsten direkt etwas mitbekommen, aber alle sind in eine Angststarre gefallen, die das Denken aussetzte. Und sehr viele befinden sich trotz immer besserer Daren noch immer darin.

Dabei kann man in anderen Medien außerhalb der Quantitätsmedien so viel über Psychologie lernen und sich damit auch erschließen, was in der Bevölkerung eigentlich los ist. Ich empfehle dazu durchaus mal, sich mit erlernter Hilflosigkeit, dem Milgram-Experiment, Veranwortungsdiffusion, Gefangenen-Dilemma, Standford-Prison-Experiment, sunk-cost-effect etc. zu befassen. Das könnte lohnend sein. Oder besonders spannend fand ich auch das Konformitätsexperiment von Asch, weil ich mir kaum erklären kann, wie Menschen selbst ganz offensichtlich falsche Zahlen für richtig halten. Vielleicht tun sie es gar nicht, weil es zu offensichtlich ist. Vielleicht fehlt der Mut und das Selbstbewusstsein, die es jetzt bräuchte, um zumindest die Kinder zu schützen.

Und wenn man das alles mal zusammendenkt und zumindest als Denkmöglichkeit in Betracht zieht,  bekommt man vielleicht auch eine Idee, dass es gar nicht um Gesundheit geht, wenn man das mit den Zahlen in der Realität und den vollkommen hanebüchenen Maßnahmen abgleicht, die vielleicht genau deshalb so hanebüchen sind mit zwischendrin etwas Hoffnungsschimmer. Peter F. Meyer berichtet über den Vergleich eines britschen Abgeordenten mit dem Stockholm-Syndrom:

„In einem Kommentar in der britischen Daily Mail schrieb der konservative Abgeordnete Graham Brady, Vorsitzender des Tory 1922 Committee, dass der wahre Zweck der Masken sei, Kontrolle über die Menschen auszuüben.

Er verweist auf das Stockholm Syndrom, das analysiert wurde nach dem versuchten Banküberfall am 23. August 1973 am Stockholmer Norrmalmstorg-Platz. Vier Geiseln waren fünf Tage in der Gewalt der Räuber. Dabei zeigte sich eine seltsame Reaktion der Geiseln, die eine enge Bindung zu ihren Gefängniswärtern aufbauten.“

Hier eine deutsche Übersetzung des Artikels. Auch vor dem Hintergrund: Will man sich wirklich weiterhin mit dem Zählen von Inzidenzen, Mutanten und Antikörpern befassen oder sich eher mal die Frage stellen, warum man sich wie eine Geisel verhält?

Stattdessen

Die Berichterstattung in den Leitmedien möchte ich nur an zwei Beispielen dokumentieren. Zunächst an der Reaktion des Tagesspiegel auf die Schauspieler-Aktion allesdichtmachen. Kann man machen, ist aber halt dann kein Journalismus. Aber recht exemplarisch für den Tagesspiegel und große Teile der Medienlandschaft. Damit sind die aber selbst für ihre Verhältnisse so übers Ziel hinausgeschossen, dass sie sich bereit erklären mussten, auch die Gegenseite zu Wort kommen zu lassen. Das haben sie in einer 4 zu 1 Situation nicht besonders gut hinbekommen. Kann man hier nachsehen:

Der eine Journalist hängt nach seinen Angaben an den Lippen von Wieler. und Drosten. Da hat er es wunderbar auf den Punkt gebracht. Das Praktische ist ja auch, dass die sich sehr häufig äußern. Das muss man dann nur ehrfürchtig abschreiben. Sein Kollege meint zum Arzt in der Runde: „Schauen Sie sich die Bilder aus Indien an. Das sind die gleichen Menschen.“ Und verdreht die Augen, als ihn der Arzt zu Recht darauf hinweist, dass man das nicht vergleichen könne. „DOCH!“ ist die alle Fakten ausblendende, für Corona so typische Trotzreaktion, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Das ist Palmström in der Corona-Edition. So geht das schon seit Beginn der Pandemie. Ständig soll man sich Bilder von woanders ansehen, die nicht vergleichbar sind, ohne dass relevante Informationen mit einbezogen werden wie etwa die Zusammensetzung der Bevölkerung, die Lebensumstände, die Luftverschmutzung, die Altersstruktur, die Wohnverhältnisse, das Gesundheitssystem… Auf solch schlichter Grundlage scheint man aber (nicht nur) beim Tagesspiegel zu arbeiten.

Bevor ich zu Alternativen zu den Leitmedien komme ein weiteres Beispiel, dass diesen Akt medialer Notwehr erklärt. In einem Interview bei OvalMedia antwortete Prof. Dr. Franz Allerberger (Leiter für Öffentliche Gesundheit bei der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES), also sowas wie der deutsche Lothar Wieler) auf die Frage, was ohne den PCR-Test gewesen wäre (etwas verkürzt): Dann hätten wir von einer Pandemie nichts bemerkt.

Das habe ich für diesen Artikel gesucht. Gefunden habe ich es auf den ersten Seiten der Suchtreffer leider nicht in einem Medium, das von den Maßnahmenbefürworten als seriöse Quelle eingestuft würde.

An erster Stelle war RTdeutsch, gefolgt von Tichys Einblick, achgut, blauer Bote, report24, wochenblick usw. Jetzt mal die Frage an die geneigte Leserschaft dieses Artikels: wer ist denn nun unseriös? Jemand der diese Quellen mit der Aussage eines Experten zitiert in Ermangelung „seriöser“ Quellen, weil die es seit Beginn der Krise vorziehen, Angst zu schüren durch ein Trommelfeuer der Zahlen? Oder doch derjenige, der dies als unseriös diffamiert und dadurch die gesellschaftlichen Zustände mit zu verantworten hat mit der Folge der gentherapeutischen Behandlung von Kindern?

Bedauerlicherweise ist auch der Wissenschaftjournalismus in der Coronakrise oftmals sinnlose Beschäftigungstherapie und unterstützt die verfassungswidrige Politik und die  Zementierung von Macht bei Exekutive und Konzernen. Wer denkt, er könne die Coronakrise lösen, indem er auf das Virus und seine verwandten Mutanten schaut und Antikörper nach Verabreichung von irgendwas zählt und vergleicht, hat sie nicht so umfassend verstanden, dass er einer Lösung nahe kommt.

Für einen breiteren Blick wäre es für alle erst einmal erforderlich, die Angst zu überwinden. Dazu empfiehlt es sich, die sozialen Medien mal zwei Wochen abzuschalten und zumindest auf die Corona-Berichterstattung der Leitmedien zu verzichten. Stattdessen kann man in die Natur gehen und jeden Tag einen Menschen umarmen. Und wenn man dann merkt, dass man auf einmal gar nicht mehr so viel Angst hat, kann man sich zunächst mal Informationen aus einer anderen Richtung ansehen.

Alternativen…

…gäbe es so viele. Nachdenkseiten und multipolar beispielsweise, die immer wieder auf interessante Beiträge hinweisen - sowohl solche aus den etablierten Medien als auch auf solche, die vor längerer und kürzerer Zeit neu entstanden. Und davon gibt es zahlreiche, komplette Zeitungen oder blogs von Einzelkämpfern im Internet wie beispielsweise Infosperber, Norbert Häring, corona-ausschuss und 2020news, Telepolis. Oder podcasts. Ich bin ein riesiger Fan von podcasts und Interviews, die ich mir täglich zum Leidwesen meiner Umgebung stundenlang anhören kann wie punkt.preradovic, Gunnar Kaiser (weil ich’s grad offen hab: anschauen), FairTalk, Oval Media (Narrative, B&B), Servus TV usw. Das empfinde ich sehr abwechslungsreich, besonders, wenn beide Extrempositionen in einer Sendung aufeinandertreffen und man einen Erkenntnisgewinn hat, den man beim hundertsten Lauterbach im öffentlich-rechtlichen vergeblich sucht.

Ich gehe da nicht ganz naiv vor und habe für mich ein paar Spielregeln aufgestellt, die nicht davor schützen, auch mal daneben zu liegen, aber die es eher erlauben, sich zu einem Thema ein ausgewogenes Bild zu machen.

Natürlich muss man sich klar machen, wo man gerade ist. Dann kann man aber auch mal RTdeutsch (o.ä.) mit einbeziehen, das ja gerne als Feindpropaganda verschrien wird oder Reitschuster, der in der Bundespressekonferenz mittlerweile als einziger kritische Fragen stellt. Aber man muss sich das gleiche setting auch zulegen, wenn man sich den Leitmedien aussetzt, die - ich sage es mal eher vorsichtig - auch nicht immer ganz frei von Propaganda sind.

Man sollte sich so viele Perspektiven wie möglich verschaffen, was schwierig ist, wenn die Leitmedien fast einheitlich das gleiche Narrativ mit der gleichen Handvoll Fachleute bedienen. Auch und vor allem ausländische Perspektiven könnten hilfreich sein. Wenn man das macht, ist es schon bestürzend zu erkennen, wie eng hier bei uns der Fokus in den Medien ist.

Kritisch sollte man immer bleiben - überall - aber keine falsche Scheu haben. Natürlich teilt man nicht jede Meinung eines Experten und findet manche Facette vielleicht sogar absurd. Aber ist das in den Leitmedien anders? Ich würde beispielsweise auch nicht gerade Marc Beise von der SZ als primäre Anlaufstation in Wirtschaftsfragen aufsuchen oder Alice Bota in der ZEIT als neutrale Quelle zu Russland heranziehen. Extrempositionen gibt es immer - aber in beide Richtungen. Bei Corona gibt es hardcore-Verschwörungstheoretiker ebenso wie hardcore-Verschwörungsleugner. Und außerhalb dieser geschlossenen Weltbilder gibt es einen Haufen Grautöne und tausende Fachleute, die nicht in den Leitmedien zu Wort kommen.

Ein guter Eigenschutz ist tatsächlich der Tipp, keinem Vorschlagsalgorithmus zu folgen bei youtube, sondern die Videos selbst aussuchen, die man sich ansehen will. Es gibt genug Empfehlungen auf seriösen Seiten und Blogs, die ein Mensch zusammengestellt hat. Aber auch hier ist der Hinweis auf einen undurchschaubaren und die Konsumenten radikalisierenden Algorithmus zu eng: Dann sollte man vielleicht auch über die Beendigung seines Mainstream-Abos nachdenken, das einem die Blattlinie ganz automatisch ins Hirn spült und die Konsumenten ebenso radikalisiert.

Was sehr wesentlich sein dürfte: Wir sollten zumindest den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, den wir dringend brauchen, demokratisieren. Dazu gehört ein repräsentativer Programmbeirat mit Sanktionsmöglichkeiten, eine Finanzierung, die nicht in weiten Teilen zu derart unanständigen Bezügen und Pensionsansprüchen, Programm- und Gebäudewucherungen führt, dass sie ein Affront für die Beitragszahler sind. Vor allem aber gehört dazu politische Unabhängigkeit, also das exakte Gegenteil einer Besetzung der ARD-Programmdirektion mit der Tochter von Wolfgang Schäuble und Ehefrau des Baden-Württembergischen Innenministers und stellvertretenden Ministerpräsidenten Thomas Strobl. So etwas ist vollkommen absurd und einer funktionierenden Demokratie abträglich und unwürdig.

Ausweg?

Die gesamte verfahrene Situation der Coronakrise fällt maßgeblich auf die Leitmedien zurück, von der Panik, in die die Gesellschaft versetzt wurde bis hin zur aktuell überhitzten und jegliche Logik vermissen lassende Debatte über die sog. Impfung.

Natürlich gab es eine wohl recht überschaubare Gruppe in der Politik, die die Menschen in Angst und Schrecken versetzen wollte und das scheint nicht nur in der Bevölkerung geklappt zu haben, sondern auch bei einem Großteil der Medien und der übrigen Politiker.

Verwerflich an der Berichterstattung in den Leitmedien ist jedoch, dass fast ausnahmslos das Narrativ der Bundesregierung staatstragend unhinterfragt in Dauerschleife gesendet wurde. Vielmehr wurde es den Menschen regelrecht eingehämmert und wird es bis heute, obwohl sich alle wesentlichen Grundlagen der Maßnahmen in den vergangenen Monaten in Luft aufgelöst haben: Die PCR-Tests liefern unbrauchbare Zahlen, die Intensivbetten waren zu keinem Zeitpunkt überlastet, unser Immunsystem ist sehr wohl in der Lage, mit dem Virus umzugehen, weshalb 85% gar nicht oder nur recht wenig davon mitbekommen, weil das Immunsystem es überhaupt nicht zulässt, dass sich eine derart hohe Virenlast entwickelt, die zu schwerer Krankheit oder hoher Infektiosität führt. Daher gibt es auch valide Kritik an exponentiellen Steigerungen der Fallzahlen, die eher an der Ausweitung der Testungen lagen. Asymptomatische sind keine Superspreader, weshalb der pandemische Imperativ kategorisch als gesellschaftszersetzend abzulehnen ist, weil er jeden anderen und sich selbst als Gefahr für die Allgemeinheit anzusehen verpflichtete  undsoweiterundsofort.

Jeder möge nun für sich entscheiden, welche Quellen als unseriös abekanzelt werden und welche noch als seriös eingestuft werden können. So einfach, wie sich die Maßnahmenbefürworter die Welt machen wollen, ist sie jedenfalls nicht.

Politikern böte sich ein Ausweg aus der Coronakrise. Sie wurden durch mediales Sperrfeuer wie alle anderen in einen ausweglosen Irrweg getrieben. Ein Ausweg besteht nur darin, diesen Irrtum anzuerkennen und den Irrweg zu beenden. Danach kann und muss eine Aufarbeitung beginnen.

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