Hannover - Niedersachsen hat im vergangenen Jahr einen deutlichen Anstieg im Bereich der Gewalt in Familien- oder Beziehungskontext verzeichnet. Das geht aus der Kriminalitätsstatistik hervor, die in der kommenden Woche vorgestellt werden soll und über die der "Spiegel" vorab berichtet.

Während die Zahl der erfassten Straftaten im Coronajahr 2020 insgesamt um knapp zwei Prozent sank, verzeichneten die Ermittlungsbehörden 21.509 Fälle von häuslicher Gewalt, sieben Prozent mehr als vor der Coronakrise. SPD-Innenminister Boris Pistorius sagte dem "Spiegel", der Trend steige schon seit Jahren an. "Neben dem Sondereffekt Corona mit Lockdown, geschlossenen Schulen und Homeoffice hängt die Zunahme der Ermittlungsverfahren auch damit zusammen, dass immer mehr Frauen sich trauen, die Taten anzuzeigen." Die Dunkelziffer liege allerdings "um ein Vielfaches höher" und soll in einer Studie beleuchtet werden.

Pistorius drängt auf eine gesetzliche Verschärfung. Frauenfeindliche Beweggründe sollten nach den Vorstellungen von Pistorius "explizit als strafverschärfende Umstände genannt werden".

Foto: Wohnhaus (über dts Nachrichtenagentur)