München - Politikwissenschaftler Werner Weidenfeld hält eine Kanzlerkandidatur von Jens Spahn nach dessen Wahl zum CDU-Vize für unrealistisch: "Jens Spahn hat das schlechteste Ergebnis bei der Stellvertreterwahl erhalten. Eine Kanzlerkandidatur ist daher wenig aussichtsreich und auch unwahrscheinlich", sagte Weidenfeld dem Nachrichtenportal Watson.

Spahn, der mit Laschet im Team angetreten war, erhielt bei der Wahl der fünf stellvertretenden Parteivorsitzenden mit 589 Stimmen das schlechteste Ergebnis aller Bewerber. Für wesentlich realistischer hält Weidenfeld eine Kandidatur des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU): "Laschet und Söder werden das ausarbeiten", so der Politikwissenschaftler. Abhängig sei die Entscheidung bei der Kanzlerfrage dann davon, "wie entschlossen Söder Kanzlerkandidat werden will". Weidenfeld ist sich sicher: "Ein so freundlicher und integrativer Typ wie Armin Laschet wird es bei der Kanzlerfrage nicht zum Konflikt kommen lassen."

Foto: Jens Spahn (über dts Nachrichtenagentur)