Berlin - Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) rechnet mit vorerst zwei Wochen Lockdown-Verlängerung. "Es müssen weitere Maßnahmen ergriffen werden", sagte Scholz am Sonntagabend der "Bild".

"Ich gehe davon aus, dass das schon 14 Tage sein können, die noch einmal dazu kommen." Dass dazu auch Ausgangssperren gehören könnten, wollte der Vizekanzler nicht ausschließen. "Ich finde, das ist eine mögliche Maßnahme, aber nicht die, die als allererste ansteht." Scholz, der für die SPD als Kanzlerkandidat bei der Bundestagswahl antritt, möchte die Betriebe in Sachen Homeoffice mehr in die Pflicht nehmen, es könne dort "nicht bei Appellen" bleiben.

"Wir müssen da noch einen Schritt weiter machen", sagte er der "Bild". "Denn im Frühjahr haben viel mehr Arbeitgeber ihren Beschäftigten die Möglichkeit, zu Hause zu arbeiten, eingeräumt." Von einer Homeoffice-Pflicht wollte er aber nicht sprechen: "Es wird immer darauf ankommen, dass das betrieblich auch geht. Wir wollen ja pragmatisch bleiben und nichts Unmögliches verlangen."

Betriebe sollen nicht geschlossen werden, keiner wolle "die Wirtschaft lahm legen". Scholz wehrte sich gegen die Kritik, dass man wegen der neuen Corona-Mutation aus Großbritannien verschärfen wolle, obwohl noch kaum Daten zu der Variante vorliegen. "Wir können nicht abwarten, bis wir in drei Monaten alle wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Mutation haben. Wenn wir dann rausfinden, hätte man jetzt in diesen Tagen was entschieden, und uns ärgern in drei Monaten, dass wir es nicht gemacht haben, dann wäre das ein Fehler."

Deshalb gelte jetzt: "Wenn wir jetzt sehr präzise, fast schon chirurgisch, weitere Maßnahmen ergreifen, dann hilft das."

Foto: Hinweis auf das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes (über dts Nachrichtenagentur)