Freiburg - Das Centrum für Europäische Politik (CEP) spricht sich in einer Studie zu den Klimazielen der Europäischen Union für eine Ausdehnung des Emissionshandels auf den Gebäudesektor aus. "Die Klimaziele der EU können am effektivsten und am effizientesten durch ein Emissionshandelssystem erreicht werden. Dies gilt grundsätzlich auch für den Gebäudesektor", schreibt Studienautor Martin Menner in dem Papier, über das die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Dienstagausgaben) berichten.

Ein Emissionshandelssystem für Gebäude und Verkehr in der EU schütze im EU-Emissionshandel erfasste Industrien, die von der Abwanderung bedroht sind, vor Belastungen durch zusätzlich steigende Zertifikatspreise, heißt es weiter. "Auf teure Subventionen und kleinteilige ordnungspolitische Einzelmaßnahmen sollte zugunsten eines Emissionshandelssystems als Hauptinstrument verzichtet werden", heißt es. "Für Mietwohnungen muss ein Emissionshandelssystem mit einer Regelung flankiert werden, die Heizkostenersparnisse mindestens zum Teil beim Vermieter verbleiben lässt, um ihm den nötigen Anreiz für Renovierungsinvestitionen zu geben", schreibt Menner. Die Europäische Union will den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2050 auf netto null senken. Bisher entfallen 36 Prozent der Treibhausgasemissionen EU-weit auf Gebäude. Über 40 Prozent der Gebäude wurden vor 1960 gebaut, drei Viertel von ihnen gelten nach heutigen Standards nicht als energieeffizient. In Deutschland gilt seit diesem Jahr ein nationaler Emissionshandel auch im Gebäudesektor. 25 Euro pro Tonne CO2 werden dabei fällig.

Foto: Ruhrgebiet (über dts Nachrichtenagentur)