Berlin - Das evangelische Hilfswerk "Brot für die Welt" fürchtet gravierende Auswirkungen der Coronakrise auf den afrikanischen Kontinent. "Die Corona-Pandemie hat die internationalen Lieferketten wochenlang unterbrochen, sodass Malaria-Medikamente und Moskitonetze nicht mehr geliefert werden konnten", sagte "Brot für die Welt"-Afrikaexpertin Isabelle Uhe dem "Mannheimer Morgen".

In Afrika würden jährlich 250.000 Kinder an Malaria sterben. "Das sind alle zwei bis drei Minuten ein Kind", so Uhe. Das Coronavirus selbst habe in Afrika bisher noch keine dramatischen Ausbrüche verursacht. "Knapp die Hälfte der Bevölkerung Afrikas ist jünger als 17 Jahre. Wie hierzulande werden auch in den afrikanischen Ländern die meisten jungen Menschen asymptomatisch sein", so die Entwicklungshelferin.

Zudem seien viele Staaten des Kontinents wegen vergangener Ebola-Epidemien gut vorbereitet gewesen. Dennoch: "Corona hat die Folgen der vielen Krisen und Konflikte noch einmal verstärkt. Getroffen hat es vor allem die Menschen im informellen Sektor, die Kleinhändler, die ihren Lebensunterhalt in den Städten verdienen. Die haben unter den Lockdowns und Ausgangsbeschränkungen enorm gelitten", sagte Uhe.

Foto: Gemüsehändler in Marokko (über dts Nachrichtenagentur)