Berlin - Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) plädiert dafür, möglichst schnell Kulturinstitutionen mit funktionierenden Hygienekonzepten zu öffnen. "Aus wissenschaftlicher Sicht spricht nichts dagegen", sagte sie der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Mittwochausgabe).

"Denn inzwischen haben mehrere Studien seriös belegt, dass die Ansteckungsgefahr in Kinos, Theatern und Opernhäusern geringer ist als in Supermärkten." Kulturerlebnisse hätten auch einen Gesundheitsaspekt: "Die Kultur kann uns jetzt aus der Isolation herausholen, sie kann vielen inzwischen vereinsamten Menschen wieder Anregungen liefern, sich mit anderen Themen als mit ihrer verzweifelten Situation im Lockdown auseinanderzusetzen. Deshalb müssen wir die Kultur bei allen Lockerungs-Überlegungen von Anfang an mitberücksichtigen." Die CDU-Politikerin, die seit acht Jahren im Amt ist, warnt außerdem davor, beim Kassensturz nach der Coronakrise an der Kultur zu sparen: "Das Einsparpotenzial ist, verglichen mit dem Gesamthaushalt, eher gering. Man spart viel weniger, als man zerstört." Als Negativbeispiel nannte Grütters die Stadt München: "Diese wohlhabende Stadt hat schon im Dezember beschlossen, sechs Prozent in allen Budgets zu sparen. Das würde die Kultur mit am härtesten treffen." Grütters sagte der NOZ weiter, dass sie ihre Amtszeit gerne fortsetzen würde. In der Bundesregierung für Kultur und Medien zuständig zu sein sei "eine wunderbare Aufgabe", sagte die Kulturstaatsministerin. "Aus der Tatsache, dass ich erneut für den Deutschen Bundestag kandidiere, können Sie gerne schließen, dass ich weiterhin bereit bin, politische Verantwortung für dieses Land zu übernehmen."

Foto: Wegen Corona geschlossene Theaterkasse (über dts Nachrichtenagentur)