Montreal - Eine Aufhebung der Corona-Beschränkungen und -Auflagen für Fluggäste ist auf absehbare Zeit nicht möglich. "In den nächsten zwölf bis 18 Monaten werden Flugreisen ziemlich so ablaufen wie heute", sagte Alexandre de Juniac, der Chef des Weltverbands der Fluggesellschaften (International Air Transport Association - IATA), der "Süddeutschen Zeitung" (Montagsausgabe).

Er fügte an: "Hoffentlich mit ein paar digitalen Schritten, durch die der Gesundheitszustand verifiziert wird, und wahrscheinlich auch mit Masken." Auch eine schnelle Erholung des weltweiten Flugverkehrs erwartet de Juniac nicht. "Wir sehen ein paar kleine Signale in Nordamerika und Asien, aber es ist alles immer noch auf sehr niedrigem Niveau." Weiter sagte er der SZ: "Wir sind immer noch in einer schwierigen Phase, die Fallzahlen steigen, die Mutanten verbreiten sich, die Staaten machen ihre Grenzen wieder zu, und das macht das Reisen natürlich sehr, sehr kompliziert."

Die Auflagen seien "ein Albtraum" für die Passagiere. Angesichts der massiven Staatshilfen in der Pandemie rechnete er aber nicht mit weniger Wettbewerb in der Airlinebranche. "Airlines das Überleben zu sichern, ist eine gute Art und Weise, den Wettbewerb zu erhalten. Wenn viele pleitegegangen wären, wäre der Wettbewerb viel geringer gewesen", so de Juniac.

Ein "großes Fragezeichen" sieht er aber künftig bei Billigflügen auf der Langstrecke, die Erfolgsfaktoren seien fraglich.

Foto: Flugzeug (über dts Nachrichtenagentur)