Berlin - Die Große Koalition will die wirtschaftlichen Folgen der avisierten Verlängerung des Lockdowns offenbar nochmals mit weiteren Hilfen mildern. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) und sein Wirtschaftsressortkollege Peter Altmaier (CDU) planen laut eines Berichts der "Süddeutschen Zeitung", die bereits geltenden Überbrückungshilfen III nachzubessern sowie den Kreis der Berechtigten zu erweitern.

Das soll insbesondere den Einzelhandel entlasten, aber auch Selbstständige aller Branchen von Kultur bis Kosmetik sowie große Unternehmen. Scholz hatte vorgeschlagen, dass der Einzelhandel nicht verkäufliche Saisonware komplett als Fixkosten abschreiben kann; generell sollen Waren bis zu 50 Prozent als Fixkosten anrechenbar sein. Damit werden vor allem die großen Modeketten, aber auch kleinere Boutiquen entlastet, die ihre Winterware wegen des langen Lockdowns nicht mehr verkaufen können. Geplant ist zudem, dass die Abschläge für die November- und Dezemberhilfen von 50.000 auf 100.000 Euro verdoppelt werden.

Damit will die Koalition vor allem große Hotelketten, Raststättenbetreiber oder Restaurantketten entlasten, die bisher wegen bürokratischer Hürden und ständig wechselnder Beantragungsbedingungen noch keine Unterstützung bekommen haben.

Foto: Wegen Coronakrise geschlossener Laden (über dts Nachrichtenagentur)