Berlin - Nach der erneuten Absage des Oktoberfests hat der Deutsche Schaustellerbund (DSB) vor einem generellen Aus für Volksfeste in diesem Jahr gewarnt. Die Wiesn "sollte nicht als Maßstab genommen werden, um jetzt reihenweise Volksfeste abzusagen", sagte DSB-Hauptgeschäftsführer Frank Hakelberg dem Nachrichtenportal Watson.

Zum Oktoberfest in München würden Menschen aus aller Welt fliegen, im Gegensatz dazu würden zur kleinen Dorf-Kirmes nur die Familien gehen, die vor Ort wohnen. Auch diese kleinen Feste seien wichtig für die Schausteller. "Sie müssen sich vorstellen, dass die Branche seit eineinhalb Jahren stillsteht. Dabei sind Schausteller es eigentlich gewohnt, ständig unterwegs zu sein und zu arbeiten. Deshalb ist es sowohl für die Psyche und das Selbstwertgefühl der Branche als auch für das Portemonnaie der Familien wichtig, dass es bald wieder `raus` geht", so Hakelberg.

Der DSB dränge nicht auf Öffnungen, wenn es nicht vernünftig sei. Es leuchte vollkommen ein, dass aktuell keine Volksfeste möglich seien. "Wenn wir aber hören, dass jetzt eine Million Menschen am Tag geimpft werden, dann wollen wir zumindest eine Chance haben", sagte er weiter.

Die Wiesn müsse monatelang aufgebaut werden, daher sei die frühzeitige Entscheidung verständlich. "Aber die Dorf-Kirmes ist innerhalb von drei Tagen aufgebaut. Deshalb wünschen wir uns, dass dort die Absagen so weit wie möglich herausgeschoben werden, um dann wirklich der Situation vor Ort entsprechend zu schauen."

Foto: Oktoberfest München (über dts Nachrichtenagentur)