Frankfurt/Main - Das internationale Luftfahrtbündnis Star Alliance plant, sein weltweites Servicezentrum von Frankfurt ins Ausland zu verlegen. Wie der "Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, wird London als künftiger Standort favorisiert, obwohl keine der 26 angeschlossenen Fluglinien ihren Sitz in Großbritannien hat.

Zudem gehen viele Firmen in anderen Branchen gerade den umgekehrten Weg und planen, ihren Sitz wegen des Brexits aufs europäische Festland zu verlagern. Die kleine, aber prestigeträchtige Star Alliance residiert schon seit 20 Jahren am Frankfurter Flughafen und unterstützt die Mitglieds-Airlines unter anderem mit IT-Leistungen und bei der Harmonisierung ihres Produktangebots. Aktuell entwickeln die 40 Mitarbeiter eine biometrische Passagierdatenbank. Sie soll kontaktloses Reisen in Zeiten von Corona erleichtern.

Trotzdem sollen die Angestellten ausgerechnet auf dem Höhepunkt der Krise umziehen - angeblich um Geld zu sparen. Dabei liegen die Personalkosten und Büromieten in London eher noch höher als in Frankfurt. Für Mitarbeiter, die aus familiären Gründen in Deutschland bleiben wollen oder müssen, würden zudem hohe Abfindungen fällig. Bei der Star Alliance heißt es, noch sei keine Entscheidung gefallen.

Zu den Motiven für den geplanten Standortwechsel will man sich nicht äußern.

Foto: Star-Alliance-Maschine im Anflug auf Frankfurt (über dts Nachrichtenagentur)