Frankfurt/Main - Im Rhein-Main-Gebiet haben Ermittler ein illegales Netzwerk von Bau- und Scheinfirmen zerschlagen. Im Auftrag der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main waren am Mittwoch über 600 Einsatzkräften von Zoll und Steuerfahndung unter dem Decknamen "Kronos" bei 55 Razzien im Einsatz, auch bei mehreren Scheinfirmen und Nachunternehmen in Hessen, Hamburg und Berlin.

Drei Hauptbeschuldigte wurden festgenommen. Insgesamt richteten sich die Maßnahmen gegen 48 Beschuldigte. Ihnen wird das Vorenthalten von Sozialversicherungsbeiträgen, Betrug und Steuerhinterziehung vorgeworfen. Der Schaden für die Sozialkassen soll fast 30 Millionen Euro betragen.

Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht eine Baufirma aus dem Kreis Groß-Gerau. Sie soll über Jahre hinweg die durch die eingesetzten Bauarbeiter geleisteten Arbeitsstunden nur anteilig gegenüber den zuständigen Einzugsstellen mitgeteilt haben. Darüber hinaus (schwarz) geleistete Stunden erhielten die Arbeiter "konspirativ in Briefumschlägen bar vergütet", wie es hieß. Mit Scheinrechnungen für nie erbrachte Leistungen, erstellt von sogenannten "Servicefirmen", generierten die mutmaßlichen Täter und ihre mitbeschuldigten Helfer Bargeld und versuchten die Taten zu verschleiern.

Der Schwerpunkt lag im Rhein-Main-Gebiet.

Foto: Bauarbeiter (über dts Nachrichtenagentur)